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Little Smile Organic - Vanille

VANILLE

Die Lateinamerikaner nennen die Vanille "schwarze Blume". Als die Spanier sie auf ihren Eroberungszügen kennen lernten, nannten sie die Orchidee gar die "Königin der Gewürze". Was wären heute Kuchen, Torten, Gebäck und Eis, oder gar Schokolade ohne das verführerische Aroma der Tropenpflanze? Vanille verfeinert Parfüm, gibt Brandy eine herbe Note, aromatisiert Kaffee und Kakao wie auch Tabak. Selbst die Medizin bedient sich heute einiger ihrer Stoffe, um zu heilen.
Vanilla
GESCHICHTE
Vanille war bereits den Azteken bekannt, die sie zum Würzen von Speisen und Getränken verwendeten. Im 16. Jahrhundert wurde die Vanille von den spanischen Eroberern nach Europa gebracht. 300 Jahre beuteten die Spanier Mexiko als weltweit einzigen Vanilleproduzent aus. Argwöhnisch bewachten sie Pflanzungen und Häfen. Die Ausfuhr der einzigartigen Urpflanze musste verhindert werden, um das spanische Handelsmonopol zu sichern. Wer eine Orchidee außer Landes schmuggelte, wurde getötet. Dennoch gelangten 1807 Stecklinge auf geheimnisvollem Weg in die Botanischen Gärten von Antwerpen und Paris, nach Java und auf die Insel La Reunion. Überall dort blühten die Pflanzen, aber sie trugen keine Früchte. Ihnen fehlten die Tiere Mexikos, der Kolibri, bestimmte Bienen und Schmetterlinge, die die komplizierte Befruchtung der Orchidee übernehmen.

Viele Experimente waren nötig bis es 1841 einem pfiffigen Sklavenjungen auf La Reunion gelang, die Pflanze künstlich zu befruchten. Mit einem feinen Bambussplitter brachte er den Pollen durch das natürliche Trennhäutchen auf den Stempel der Blüte. Diese Entdeckung bedeutete das Ende der spanischen Marktbeherrschung, denn nun wurden Vanilleplantagen auch in anderen tropischen Gebieten angelegt. Heute kultiviert man die "Königin der Gewürze" auf La Reunion, den Komoren und hauptsächlich auf Madagaskar.
Im Jahr 1967 haben sich diese Länder zur "Alliance de la Vanille" zusammengeschlossen, die heute ca. 80 Prozent des Weltmarkts abdeckt. Ihr Handelsprodukt wird als Bourbon-Vanille bezeichnet, benannt nach dem früheren Namen der Insel Réunion.
Vanilla
ANBAU
Echte Vanille ist sehr teuer und begehrt. Zum einen wird mit einer Welternte von ca. 1000 Tonnen jährlich der Bedarf bei weitem nicht gedeckt. Zum anderen sind sowohl der Fermentierungsprozess, der aufwendige Bearbeitungsprozess, neben der künstlichen Bestäubung, als auch die Kultivierung sehr aufwendig.

So benötigen viele Orchideen für ihr Wachstum einen bestimmten Pilz an ihren Wurzeln. Als Kletterpflanze wird Vanille meist auf Stangen oder Bäumen gezogen. Die Bestäubung wird sehr aufwendig von Hand und mit feinen Pinseln durchgeführt.

Die bis zu 30 cm langen Vanille-Schoten werden gelbgrün kurz vor der Reife geerntet. Die frischen Früchte haben noch nicht das typische Aroma und den Geschmack des fertigen Produkts. Zur Gewinnung der Vanille als hocharomatisches Gewürz müssen die Früchte erst der sogenannten Schwarzbräunung, einem zeit- und arbeitsintensiven Verfahren, unterzogen werden. Zunächst werden die Kapselfrüchte heißwasser- oder wasserdampfbehandelt. Anschließend folgt eine Fermentation in luftdichten Behältern, solange bis eine Auskristallisierung feiner Glukosenadeln zu beobachten ist. Dieser Vorgang kann bis zu vier Wochen beanspruchen. Durch die Trocknungs- und Fermentierungsprozesse wandeln sich Vorstufen des Vanille in Vanillin, den Hauptaromastoff der Vanille, um. Gleichzeitig schrumpfen die Fruchtkapseln zu den bekannten schwarz-braun glänzenden Vanillestangen, dem eigentlichen Gewürz.
Vanilla
VERWENDUNG
Die Samenkörner umgebende ölige Flüssigkeit innerhalb der Schote enthält einen großen Anteil des Aromas und des Geschmacks. Dies ist der Grund, warum man für eine besonders intensive Aromatisierung der Speisen die Schote der Länge nach aufschneiden und die Samen nebst dem anhaftenden Öl, das Vanillemark, herauskratzen sollte.

Vanille wird traditionell für die Aromatisierung von Kakao und Schokolade verwendet. Diese Verwendungsweise war bereits den Azteken und Inkas bekannt. Ihre Verwendung wurde in Europa sehr schnell erweitert. Schon Elisabeth I. liebte mit Vanille gewürzte Süßspeisen. Es wurden seit dem Nachspeisen entwickelt wie Puddings und Cremes, sowie verschiedenstes Backwerk, Fruchtdesserts und seit dem 19. Jahrhundert Eiscreme. Vanille hat aufgrund dieses Einsatzgebietes eine große Bedeutung für die Lebensmittelindustrie. Größter Abnehmer ist weiterhin Coca-Cola, nachdem die Ersetzung der echten Vanille in der Cola durch synthetisches Vanillin 1985 am Widerstand der Verbraucher scheiterte.
Die moderne Küche des ausgehenden 20. Jahrhunderts hat die Verwendung noch erweitert. Vanille harmoniert mit ihrer extremen Milde auch mit weißem Fleisch oder Fisch und verleiht beispielsweise Hummer- und Lachs-Gerichten eine subtile und delikate Note.
Die stärkste Heilwirkung der Vanille ist wohl die fungizide (pilztötende) Wirkung, die sicher auf antimikrobiellen und entzündungshemmenden Eigenschaften beruht. Daher können auch bei Hauterkrankungen wie Neurodermitis und Ekzemen gute Erfolge mit dem Gebrauch von Vanillepräparaten erzielt werden.
Gegen Schwangerschafterbrechen leistet Vanille-Eis oft mehr als alle Arznei.

Aus Kakao, Vanille, Chili und Rum machte man den Liebestrank der Azteken. In der modernen Homöophathie wird sie als Aphrodisiakum und Hirntonikum genutzt. Der Duftstoff der Vanille, das Vanillin, ist chemisch eng mit Pheromonen, den Sexuallockstoffen des Menschen verwandt. Schon die Indianerinnen im alten Mexiko rieben sich mit der Schote ein, um ihre erotische Anziehungskraft zu erhöhen.